1803.4 Eliza Brook Shelter

Der Tag begann heute mit dem Aufstieg zum Mountain Moosilauke, dem ersten großen Berg der Whites 4800 Fuß hoch.

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Am Anfang noch recht einfach kamen zum Schluss immer mehr Steine dazu. Wir haben die 5 Meilen Anstieg in einem Rutsch durchgezogen, kamen dafür aber auch ganz schön ins Schwitzen.

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Endlich ist man mal über der Baumgrenze und kann sehen, wo man lang läuft. Im Hintergrund ist übrigens der Gipfel.

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Oben angekommen waren schon einige Leute da. Die meisten aber Southbounder.

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Zwischendurch hat es auch mal aufgerissen, so dass man eine schöne Aussicht hatte.

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Der Abstieg dann gewohnt felsig

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und teilweise recht steil.

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Im Abstieg führt ein Bach direkt am Trail entlang.

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An den steilsten Stellen wurden extra Treppen eingebaut.

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Und weiter geht es runter. Bloß nicht stürzen.

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Zwischendurch immer wieder der Bach mit einigen Wasserfällen.

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Nach dem anstrengend Abstieg erst mal Pause am Parkplatz Kingsman Notch.

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Ein schwerer Anstieg am Tag reicht uns ja nicht, also gleich hoch Richtung Mountain Wolf.

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Ein bisschen was von der Gegend konnte man auch hier sehen.

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Im Abstieg wieder die schönsten Matschfallen.

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Als wir endlich am Shelter ankamen, waren die besten Campingplätze schon belegt. Wir haben uns dann ohne Rücksicht auf die Botanik irgendwo am Rand hingequwetscht. Der kleine Baum, den ich umbiegen musste hat es übrigens überlebt. Heute ist hier auch eine Jugendgruppe. Unter den Betreuern ein Abiturient aus Düsseldorf. Die Welt ist klein.

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1786.6 Glencliff

Anscheinend haben wir unser Zelt auf einem Wildwechsel aufgeschlagen. Auf jeden Fall war die ganze Nacht Betrieb. Einmal hatte ich das Gefühl das Reh rennt gleich in mein Zelt. Aber es hat noch rechtzeitig eine Vollbremsung hingelegt. Heute morgen hat es teilweise etwas getröpfelt aber das war uns egal da es in die Stadt ging.

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Die Trail präsentierte sich heute entweder von seiner schlechten Seite

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oder von seiner guten Seite.

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Am Lake Tarleton dann plötzlich ein Trompetensolo für die Kavallerie. Scheinbar sind die Pfadfinder wieder da und bei denen geht es zackig zu.

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Die einzige Pause heute legten wir an der Lake Tarleton Road ein.

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Gegen Mittag waren wir dann am Hikers Welcome Hostel.

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Dieser freundliche Kerl ist der Besitzer des Hostels und hat uns nach einer Dusche zusammen mit 4 anderen zur nächsten Tankstelle in Warren gefahren. Die Tankstelle ist die einzige Möglichkeit sich mit Lebensmitteln zu versorgen und sozusagen der Dreh und Angelpunkt der Stadt.

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Ach ja hier ist alles ein bisschen spartaniach. Unsrer Unterkunft

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und die zugehörigen Betten. Mein Zelt ist glaube ich sauberer.

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Die bereits erwähnte Dusche.

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Später am Tag ist noch Cowboy mit ihrem Hund Lotta aufgetaucht. Den Nachmittag haben wir dann mit Quatschen verbracht. War schön sich mal wieder auf Deutsch in geselliger Runde zu unterhalten.

1778.6 Cape Moonshine Road

Der Trail fing heute vom Untergrund her recht angenehm an. Wenig Steine kein Matsch.

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Heute stand auf dem Trail tatsächlich ein Meilenstein. Die Angabe auf diesem Bruder hier ist aber falsch, da fehlen knapp 13 Meilen bis Kathadin.

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Der erste Anstieg führte uns heute zur Lamberts Ridge hoch.

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Auf der Ridge kann man prima Pause machen und wenn man genau hinschaut, sieht man den Commander im Hintergrund sitzen.

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Erst mal Pause.

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Die zugehörige Aussicht.

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Der Aufstieg zum Smarts Mountain war teilweise schon recht steil

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und auch mit rutschigem Fels gespickt.

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Für den besseren Halt gab es auch mal Eisen im Berg.

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Und wer kommt da plötzlich den Smarts Ranger Trail hochgestiefelt? Cowboy mit ihrem Hund Lotta. Wir haben die beiden das letzte Mal bei den Ponys in den Grazon Highlands gesehen. Cowboy hat sich der Liebe wegen auch noch eine dreiwöchige Auszeit in New York gegönnt, weshalb ihr jetzt etwas die Zeit ausgeht.

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Gemeinsam haben wir erst mal die Aussicht vom Firetower auf dem Berg genossen und eine Pause an der Firewardens Cabin eingelegt. Ein paar Southbounder waren auch da.

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Alleine ging es dann für uns weiter. Mal sehen, ob Cowboy uns noch mal über den Weg läuft.

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Der folgende Abstieg bis South Jacobs Brook war unspektakulär. Unten haben wir eine kurze Trinkpause eingelegt.

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Es folgte der Aufstieg zum Mountain Cube einem ziemlich felsigen Gesellen.

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Hier sollte es auch nicht nass sein, wenn man hier vorbei kommt. Rutschgefahr.

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Die Aussicht noch kurz genießen.

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Es folgte ein rutschiger und matschiger Abstieg.

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Bei der letzten Pause am Brackett Brook waren wir schon ziemlich fertig.

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Auch der Anstieg zum Ore Hill war natürlich wieder matschig.

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Eigentlich wollten wir bis zur Campsite auf diesem Hügel gehen. Aber es wurde bald dunkel. Also haben wir uns ein Lager im Wald gesucht, was bei dem Matsch gar nicht so einfach war. Und wo Matsch ist sind auch die Fliegen. Gegessen wurde also im Zelt. Unser neues Mückenspray hat sich an dieser Stelle übrigens als komplett nutzlos herausgestellt.

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1759.8 Trapper John Shelter

Da am Samstag kein Bus fährt, wollten wir uns eigentlich vom indischen Hotelbesitzer nach Hanover fahren lassen. Angeblich war aber sein Auto kaputt und zu mehr Hilfsbereitschaft war der Typ nicht zu bewegen. Also haben wir mal wieder ein Taxi bestellt und gewartet und gewartet.

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Das Taxi kam aber nicht, dafür hat uns dieses nette Pärchen angeboten uns nach Hanover zur Post zu fahren. Also flux mit Sack und Pack in den Jeep geklemmt.

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Nach der Post mussten wir feststellen, dass heute verdammt viel auf der Straße los ist. Die Nachfrage bei zwei älteren Damen ergab dass heute zu Wohltätigkeitszwecken eine Parade und Footballspiel ist. Leider beginnt das ganze erst ab 12:00 Uhr und ist somit zu spät für uns.
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Aus Hanover heraus gibt es nur einen kurzen steilen Anstieg. Dafür kommt man dort gleich mal ins Schwitzen. Oben erst mal eine Pause mit Siesta eingelegt.
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Im weiteren Verlauf der Etappe ist uns dieser Mann begegnet. Hey den kennen wir doch. Vier mal ist er uns schon entgegen gelaufen. Wie geht den das? Die Lösung ist er läuft mit einem Freund in entgegen gesetzter Richtung auf dem Trail und jeder nimmt am Abend das Auto des anderen. Clever.
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Nach der Trescott Road kann man übrigens wunderbar den europäischer Einfluss hier oben in den Staaten sehen. Alle Bäume in Reih und Glied, wie bekloppt.
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Weiter ging es am Friedhof vorbei
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und im nächsten Anstieg haben wir die beiden von heute morgen wieder getroffen. Sie hätten uns noch gar nicht so früh erwartet.
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Auf dem Moose Mountain erst mal eine Pause natürlich mit Siesta.
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Am Mink Brook haben wir leider das Trail Magic verpasst. Alles schon leer, aber man kann nicht immer nur Glück haben.

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Kurz vor dem Shelter gab es dann noch eine schöne Aussicht am Holts Ledge. Dort geht es senkrecht runter. Ein kleiner Schups für mich …. aber wer schützt mich dann vor den Schlangen und Bären.
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Den Abend haben wir dann mit einigen Leuten am Shelter verbracht.

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War eine lustige Truppe und es gab endlich mal wieder ein Feuer. Im Sommer war es zu warm dafür, außerdem nicht in jedem Staat erlaubt.
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1743.2 Hanover

Der Tag fing heute ziemlich nebelig an, aber das war uns egal, denn es ging in die Stadt Hanover. Der Fuß tat zum Glück heute morgen beim Laufen nicht mehr weh. Wäre jetzt auch ein dummer Zeitpunkt kurz vor den schweren Etappen.

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Nach 6 Meilen hauptsächlich bergab kamen wir zuerst nach Norwich. Nach den Häusern zu urteilen scheint es ein wohlhabender Ort zu sein.
Wir waren gerade bei den ersten Häusern angelangt, schon gab es wieder Trail Magic. Zuerst gab es nichts in Vermont und jetzt jeden Tag. Super.

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Das ist übrigens der nette Herr der die Kiste mit den Colas hingestellt hat. Danke nochmal.

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Kaum zu glauben, hundert Meter weiter wieder was für die Hiker. Gibt es doch gar nicht.

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Ja ja noch mal was. Vielleicht ist heute Feed the Hikers Tag.

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Ein bisschen weiter auf der Straße haben wir noch die Grenze zwischen Vermont und New Hampshire passiert. Ab jetzt sind nur noch zwei Bundesstaaten auf unserer Liste.

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In Hanover sind wir zuerst diesem netten Herren begegnet. Als er erfahren hat, dass wir Hiker sind, bekamen wir Bonbons geschenkt. Ich liebe den AT.

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Danach gab es Frühstück bei Lous.

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Jeder Hiker bekommt dort einen Bagel umsonst. Ich hatte mit Maple No Steps mit normalen Zuckerguss.

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Natürlich gab es auch hier wieder die unanständig großen Portionen. Das muss ich mir zu Hause unbedingt wieder abgewöhnen.

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Nach dem Frühstück sollte es zum Hotel gehen. Da das Sunset Motel Inn etwas außerhalb liegt, haben wir den kostenlosen öffentlichen Bus benutzt. Nach einer Dusche ging es mit dem Bus weiter zum Outfitter und zum Supermarkt. Ein kleines Abenteuer, wenn man noch umsteigen muss.

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Am Abend, nachdem wir die Wäsche gewaschen hatten, haben wir uns mit dem Taxi zu Mollys fahren lassen. Den Laden haben wir vom Outfitter empfohlen bekommen. Gutes Essen zu anständigen Preisen würde ich sagen.

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Alles in allem würde ich sagen, Hanover ist eine sehr schöne Studentenstadt.
Leider hat uns das Taxi nicht am Mollys abgeholt und an der Tankstelle wollte uns keiner nachts mitnehmen. Also mussten wir die zwei Meilen zu Fuß gehen. Ein kleiner Wermutstropfen auf einen sonst perfekten Tag.

1737.3 Happy Hill Shelter

Die heutige Etappe war am Morgen sehr wellig mit beständigen Auf und Abs. Dafür wechselten sich auch Wald und Wiesen ab. Ständig gab es was neues zu sehen. Hier mal ein paar schöne Wiesenfotos.

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Und heute gab es auch endlich mal Trail Magic in Vermont. An der Pomfret Road gab es eiskalte Soda, genau das richtige für den folgenden steilen Anstieg.

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Irgendwie habe ich mir in dem Anstieg auch den rechten Fuß beschädigt. Keine Ahnung wie, aber oberhalb des Knöchels tat jede Berührung weh.

An der Cloudland Road noch mal Trail Magic. Heute scheint unser Glückstag zu sein.

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Und dann gab es da noch zwei Brüder, die auf der anderen Seite dieser Brücke wohnen. Die Tochter von einem der beiden ist den Trail schon gelaufen und jetzt läuten sie bei jedem Hiker eine Glocke. Wenn man hin geht bekommt man eine kalte Soda oder ein Bier.

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Leider habe ich die Namen der beiden vergessen, aber so wie sie da sitzen und die Leute beobachten nenne ich sie mal Waldorf und Statler.

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Zum Schluss ging es dann noch einen schönen Anstieg hoch. Ich war ziemlich fertig und froh den Shelter erreicht zu haben, da der Tag lange war und der Fuß ziemlich schmerzte.

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1716.9 Winturri Shelter

Zuerst mussten wir heute den Rest des Abstiegs bis zur US4 erledigen, den wir gestern nicht mehr geschafft hatten.

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Vor US 4 ging es noch über eine schnieke neue Brücke.

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Im Anstieg zur Maine Junction durften wir dann ewig lange Brennnesselfelder durchqueren. Zum Teil richtig hoch und nahe am Trail.

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An der Maine Junction sollte man dann kurz seinen Restverstand zusammennehmen. Der Long Trail und der AT sind die letzten 100 Meilen zusammen verlaufen. Hier trennen sich die beiden wieder. Das perfide ist, dass der Long Trail auch White Blazes benutzt. Wer nicht aufpasst merkt den Fehler nicht und landet im schlechtesten Fall in Kanada. Der Long Trail geht links vom Schild entlang, der AT rechts,  beide mit White Blazes.

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Am Gifford Woods State Park gab es dann wieder etwas Luxus für den Hiker,  Toiletten mit Wasserspülung. Prima.

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Dort waren dann auch die 1700 Meilen geschafft.

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Weiter zum Lake Kent, der zum verweilen einlädt. Da wir die Extrameilen von gestern noch haben geht’s aber gleich weiter.

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Runter zu den Thundering Falls. Da wird ein bisschen viel Lärm um nichts gemacht. So richtig donnern tuen die nicht.

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Über einen Steg rüber zum Quimby Mountain.

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Dort gab es den längsten und steilsten Anstieg des Tages. Das Warmup für die Anstiege, die in den Whites und Maine kommen.

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Oben erst mal Energie in Form von Kaffee tanken. Das Wasser dafür muss man übrigens auch den Berg hochschleppen. Nur so nebenbei.

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Weiter ging es wieder den Berg runter, am Stony Brook Shelter vorbei und eine
Leiter runter. Witzig, wenn so ein Ding einfach im Wald steht.

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Der Stony Brook hatte zum Glück eine Footbridge. Keine waghalsige Kletterei über Steine. Prima.

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Nach dem darauffolgenden Anstieg eine Pause.

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Am Locust Creek haben wir dann eine Deutsche getroffen. SoHo ist den Trail vor zwei Jahren gelaufen, musste aber auf Grund einer Virusinfektion aufgeben. Jetzt läuft sie den Rest mit Ausnahme von Pennsylvania, eine Weise Entscheidung.

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Zusammen mit SoHo sind wir bis zum Lookout gelaufen, einer Cabin mit Aussichtsplattform.

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Tollen Blick hat man von hier oben.

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Gegen Abend sind wir trotz der Extrameilen des Vortages am geplanten Shelter eingetroffen. Hartes Stück Arbeit.

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Heute sind wir wieder einigen Southboundern begegnet. Es werden langsam mehr. Wird auch Zeit, dass die Jungs in die Pötte kommen.