1228.5 Eckville Shelter

Nach Frühstück wurden wir von Dad einem Trail Angel zum Walmart gefahren. Dad hält sich mit Shuttlediensten über Wasser, da er momentan keine feste Bleibe hat. Wir mussten noch mal zu Walmart, da ich am Vortag vergessen hatte Ramen Nudeln zu kaufen und ohne sie würden die nächsten Abendessen viel schmaler ausfallen. Und prompt hab ich die Dinger im Auto von Dad gelassen. Sch…

Unser Wandertag begann gleich zu Beginn mit einem steilen Anstieg.

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Die vielen Steinen ließen sich mit den neuen Schuhen aber viel besser laufen.

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Hier haben sich ein paar Hiker einen Stuhl gebastelt.

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Am Windsor Furnace Shelter haben wir dann eine Pause mit Bandana Bill, Trigger und Duff eingelegt.

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Danach folgten wieder ein paar der Steinsektionen von Pennsylvania

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Dafür aber auch mal mit Ausblick.

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Am Pulpit Rock konnten wir während der Pause die Greifvögel beobachten, wie sie in der Thermik am Felsen entlang segelten. In der freien Natur habe ich sie noch nie so nahe gesehen. Beeindruckend.

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Das Ziel war heute der Eckville Shelter. Der Shelter wird von einem Caretaker betrieben, der im zugehörigen Haus wohnt. Der eigentliche Shelter im Hintergrund ist eine umgebaute Garage.

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Wir haben es vorgezogen mit den anderen den Campingplatz zu beziehen. Diesmal kamen auch die anderen in den Genuss der Leidensgeschichten von Cake.

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Was ich wirklich wieder beeindruckend fand, war die Hilfsbereitschaft der Leute hier. Dad hat doch tatsächlichen mir die Ramen Nudeln bis hier her gefahren. In Deutschland würde das glaube ich keiner machen, aber die Leute hier wissen, was es heißt weniger auf dem Trail zu Essen zu haben.

Die neue Schuhe laufen sich ganz gut. Sie sind leichter und man kommt somit leichter über die Steine und stolpert nicht so viel. Mal schauen wie haltbar sie sind. Aktuell habe ich nur etwas Probleme mit dem rechten Spann. Voltaren wird’s richten.

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1214.0 Hamburg

Heute geht’s in die Stadt. Davor sind aber noch ein paar Meilen zu erledigen. Ein paar davon auf angenehmen Untergrund

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und ein paar auf nicht so angenehmen. Hier ging’s zusätzlich noch steil hoch.

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Zum Schluss musste noch der Abstieg nach Port Clinton bewältigt werden. Irgendwie haben die hier anscheinend verlernt, wie man switchbacks (Serpentinen) baut. Daher führte der Weg mehr oder weniger gerade und sehr steil bergab. Aber wir haben es geschafft. Anschließend ging’s über den Fluss und an ihm entlang nach Hamburg.

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Die PA 61 nach Hamburg entpuppte sich dann aber als 4-spurige Straße. Am Abzweig vom AT war auch keine Nummer von einem Trail Angel zu finden. Trampen auf einer 4-spurigen Straße ist auch nicht so leicht. Also sind wir die Meile zur Stadt am Rande der Straße gelaufen. Super Gefühl, wenn die Lkws an einem vorbei donnern.

Zuerst ging’s in der Stadt zum Essen bei Burger King. Ich war mal wieder richtig hungrig und v.a . durstig nach der Meile in der prallen Sonne an der Straße. Anschließend ging’s in das einzige Hotel auf dieser Seite der Stadt. Zum Glück haben wir ein Zimmer im Microtel bekommen.

Nach der Wäsche mussten wir zum Outfitter. Meine Schuhe waren vorne komplett kaputt, wahrscheinlich wegen der vielen scharfen Steine in Pennsylvania. Die neue Schuhe haben wir bei Cabelas bekommen. Ein riesen Laden v.a. für Fans von Fischen und Jagen. Wie heißt es hier so schön: Der perfekte Laden für Leute, die beim Töten auch noch gut aussehen wollen.

Das Nachmittagsessen haben wir anschließend bei Red Robin Gourmet Burger zu uns genommen. Die Burger schmecken dort tatsächlich viel besser, sind aber auch um einiges teurer.

Am Abend haben wir dann noch Trigger und Duff in der Bar getroffen. Das war toll die beiden wieder zu sehen. Shellback ist nach seiner Magendarm Geschichte noch ein paar Tage zurück. Vielleicht kann er ja noch aufholen.

1204.7 Eagles Nest Shelter

Zum Start in den heutigen 19 Meilen Tag um 7:00 Uhr war es angenehm kühl. Es hatte gestern Abend noch ein paar Tropfen geregnet, vielleicht hat das zur Kühlung beigetragen.

Die ersten Meilen ließen sich heute angenehm laufen. Boden, Wetter und eigene Verfassung im grünen Bereich.

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Nach den ersten Meilen wurde der Weg allerdings immer steiniger.

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Dazwischen noch der Ausblick vom Kimmel Outlook

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Die erste Pause dann am 501 Shelter

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ein echter Luxusshelter mit Solardusche.

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Generell hatte man heute morgen nicht den Eindruck in der Wildnis unterwegs zu sein. Auf einer parallel zum AT verlaufenden Straße herrschte reger Verkehr und der Flugverkehr stand dem in nichts nach.

Dachten wir vor dem 501 Shelter es wäre steinig, wurde es danach richtig steinig. Entweder es waren kleine spitze Steine auf dem Boden, aufgereiht wie ein Nagelbrett

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Oder die Steine wurden zu richtigen Felsen, wo man seinen Gleichgewichtssinn trainieren konnte.

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Gerne auch mal über eine längere Distanz.

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Zur Erholung sah es gelegentlich so aus

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und einmal kamen wir sogar über ein freies Feld.

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Natürlich wurde am Mittag auch die obligatorische Kaffeepause eingelegt.

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Was gibt es noch zu berichten? Ach ja Trail Magic gab’s noch. Das beste war leider schon weg, da ich für diese Etappe etwas knapp kalkuliert hatte, habe ich mich auch über die restlichen Kekse und Ramen Nudeln gefreut.

Dann haben wir kurz vor dem Shelter die 1200 Meilen geschafft. Sind schon ganz schön viele Meilen zusammen gekommen.

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Ach ja kurz vor dem Shelter gab es natürlich wieder so ein Steinfeld. Sozusagen zum abendlichen Einmasieren der Schmerzen in die Fußsohlen.

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Am Shelter dann das übliche Programm. Feuer um die Fliegen zu vertreiben, Essen, Zeltaufbau und Blog schreiben.

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Und natürlich Sachen trocknen, ein meist hilfloser Versuch.

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Ach ja und ich habe zumindest teilweise meine Fußprobleme gelöst. Durch das ständige Binden der Schuhe hatten sich die Schnürsenkel irgendwie immer mehr zugezogen. Hab sie jetzt mal gelockert und sie da es geht besser.

1185.5 William Penn Shelter

Auch am Morgen waren die Mücken sehr aktiv. Also Frühstück machen und schnell los. Der Trail war heute morgen angenehm zu laufen, kaum Steine und mehr oder weniger immer leicht bergab.

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Daher haben wir auch erst nach 7 Meilen die erste Pause auf dem Weg zum Rausch Gap Shelter eingelegt.

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Nach der Pause ging’s über einen kleinen Hügel, den Second Mountain,  zum Teil auf geschotterten Straße. Angenehm für geschundene Hikerfüße.

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Nach dem Hügel brannte die Sonne wieder erbarmungslos auf die Wiese nieder. Zum Glück war es leicht bewölkt.

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Anschließend über die PA 72 drüber

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und an der nächsten Campsite gab es erst mal Kaffee.

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Nach der Campsite diese etwas abenteuerliche Interpretation einer Brücke. Macht im Regen bestimmt noch mehr Spaß.

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Am Swatara Gap steht diese wunderschöne Brücke, die wir überqueren durften.

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Diese Brücken sind nicht ganz so schön und den Weg unter der Brücke hoch hatten wir eigentlich schon verpasst. Zum Glück ist auf der Straße unten ein Auto gefahren und hat uns auf den richtigen Weg aufmerksam gemacht. Schwein gehabt.

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Der nächste Anstieg war dann brutal. Steil und in der besten Nachmittagssonne. Dafür war der Trail wenn man erst mal oben war größtenteils angenehm zu laufen.

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Mal abgesehen von ein paar Steinpassagen. Hier ein besonders schönes Exemplar. Dürfte als Grundstück billig zu haben sein. Falls jemand Interesse hat… Ein Traumgrundstück.

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Am Shelter haben wir erst mal die Campsite bezogen und wegen der Fliegen Feuer gemacht. Ist ja nicht so schon warm genug. Im Hintergrund sieht man TwoPut und Cake. Nette Leute wobei Cake dir schon ein Ohr abkauen kann.

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Ach ja und hier die Trailvariante einer Mikrowelle um die Burger von McDonalds aufzuwärmen.

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Und was mir gerade beim Lesen des Guides auffällt,  es sind nur noch 999 Meilen bis Kathadin. Quasi nothing.

1168.4 Eigene Campsite nahe Quelle

Die Nacht haben wir auf Grund des Regens im Shelter verbracht. Wie immer hab ich dort kaum geschlafen. Ich kann mich einfach nicht mit den Shelter anfreunden. Gut diesmal hatte ich ein Stockbett ohne seitliche Begrenzung. Da muss man schon einen sehr ruhigen Schlaf haben, um nicht runter zu fallen. Dafür sind die Sachen trocken geblieben, auch nicht schlecht. Übrigens bisher haben alle älteren Damen, mit denen wir das Glück hatten die Nacht verbringen zu dürfen, geschnarcht. Zufall oder Regelfall?

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Der Trail ist heute bis auf einen Abstieg und einen Anstieg relativ eben.

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Auf Grund des Regens war’s am morgen angenehm kühl aber feucht.

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An der PA 225 die erste Pause.

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Anschließend ging’s gleich mal steinig weiter,

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wurde dann aber wieder besser.

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Der Ausblick vom Table Rock.

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Zwischendurch sind No Steps und ich eine Weile alleine gewandert. Ich hab in später auf einem Stein sitzen sehen. Irgendwie sah er nicht gut aus. Was war passiert? Er ist auf einem Stein ausgerutscht und der Länge nach hingefallen. Als er die Augen wieder aufschlägt liegt eine Klapperschlange keinen Meter von ihm entfernt unter einem Stein und beginnt zu rasseln. Flucht unmöglich. Wer da nicht an sein persönliches Ableben denkt ist entweder ein Held oder ungemein doof. Der Hikergott hat aber noch mal beide Augen zugedrückt und die Schlange hat sich von selbst verzogen.

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Da es heute wenig gutes Wasser gab haben wir unsere Zelte in einem wahren Mückenparadies aufgeschlagen. Es hat nur so gebrummt. Aber besser Stechfliegen als schlechtes Wasser.

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Ach ja ich hatte heute mal wieder mehr Probleme mit meinen Füßen als sonst. Bin 10 Meilen in den Crocs gewandert. Geht gar nicht schlecht, solange keine üblen Steinpassagen kommen. Irgendwer ist den kompletten AT auch schon in Crocs gelaufen. Das wäre mir aber zu hart.

1147.4 Clarks Ferry Shelter

Wir sind bereits um 6:00 Uhr aufgestanden um der Mittagssonne zu entgehen.

Zuerst einmal ging es den Hügel runter, auf dem der Shelter steht.

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Dann über einige Felder.

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Auf einem der Felder dann ein rascheln im Gras. Ich dachte zuerst es wäre eine Katze, aber es war eine ganze Stinktier Familie.

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Auf die Felder folgte ein kurzer steiler Anstieg. Nicht lange aber es hat gereicht, dass der Schweiß ordentlich lief. Die darauffolgende flachere Passage war im Guide mit very rocky angegeben. Bisher hat sich der Guide mit solchen Angaben zurückgehalten. Es war dann tatsächlich schön steinig, insbesondere da die Steine großteils senkrecht nach oben standen.

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Am Hawk Rock haben wir dann ein paar nette Mädels getroffen. Sie waren sehr interessiert was wir machen, wie weit wir schon gelaufen sind etc. etc. Wir haben bestimmt eine halbe Stunde mit ihnen gesprochen und bestimmt noch mehr, aber wir mussten weiter.

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Nach der View ging es steil runter nach Duncannon und dort zuerst ins Doyel Hotel zum Mittagessen. Es gab Burger mit Fritten und zwei Bier.

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Anschließend zum Einkauf und zur Post. Christine hat mir über REI ein neues Zelt organisiert. Beim alten Zelt war das Gestänge gebrochenen und geht daher zurück zu REI.

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Wenn wir schon in der Stadt sind, können wir ja auch noch Eisessen

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besonders bei knapp 30 Grad.

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Nach dem Eisessen ging es über eine Brücke und eine dreispurige Bahnlinie raus aus Duncannon und gleich in einen steilen Anstieg.

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gefolgt von einer steiniger Ridgeline. Ziemlich anstrengend bei der Hitze.

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Aber zwischendurch gab es auch eine schön Aussicht.

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Am Clarks Ferry Shelter haben wir dann Cake und Monsterfrog kennengelernt. Eigentlich wollten wir noch weiter, aber es donnerte bereits und kurz darauf verwandelte der Regen den Trail in einen Bach. Später kam noch ein Ultra Marathonläufer namens Lint dazu. Wahnsinn wieviel Muskel ein Mensch so am Oberschenkel haben kann.

1131.8 Darlington Shelter

Am Morgen stand erst mal der Besuch beim Arzt an. Das Auge ist schon viel weniger rot. Ich kann gut sehen und habe keine Schmerzen. Hoffentlich gibt der Doktor sein OK.
Zwei Stunden später stand fest wir sind Back on track oder besser Trail. Ich war so erleichtert, als der Doktor sagte, dass er davon ausgeht, dass das Auge abheilen wird. Ich muss zwar alle 2 Stunden Augentropfen nehmen, aber das nehme ich gerne in Kauf. Jippi.

Vielen Dank auch noch mal an Cindy, Mary und Rose den Mädels aus dem Holly Inn. Natürlich auch an den Barkeeper Toby mit seinem Irokesenschnitt, der uns immer gut versorgt hat.

An der Tankstelle in Boiling Springs ging’s dann wirklich wieder los. Die ersten Meilen habe ich echt genossen.

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Heute ging es fast den ganzen Tag flach dahin. Über Waldstreifen

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und Felder.

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Über Straßen

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und Zaunübergänge.

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Durch Sümpfe

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und einen Tunnel.

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Auf den einzigen Hügel in der heutigen Etappe.

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Es hat so gut getan endlich weiter wandern zu können. Zum Glück war der Großteil der Strecke unter den Bäumen. In den schattenfreien Passagen war es teilweise unerträglich warm. Heute habe ich sogar ein Reh mit ihrem Kleinen gesehen. Zuerst standen sie schön aufgereiht vor mir. Echt niedlich. Bis die Kamera fertig war, haben sie aber schon Fersengeld gegeben.

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