Krankenversicherung

Gestern habe ich nun endlich auch die Auslandsreisekrankenversicherung der SDK bei der lokalen VR-Bank abgeschlossen. Den Versicherungsschein und die Flugdaten sind auch an die Krankenkasse gegangen, damit ich keine Krankenkassenbeiträge für die Zeit meines Auslandsaufenthalts zahlen muss. Damit sollten alle Formalitäten erledigt sein und ich kann mich ganz meiner Ausrüstung widmen. Mal schauen ob ich es am Wochenende zum Globetrotter schaffe.

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Hurra, hurra das Visum ist da

So kann ein Wochenende beginnen! Am Freitag lag doch glatt mein Visum schon im Briefkasten. Ich hatte zwar sowieso geplant, am Samstag endlich mit dem Kauf meiner Ausrüstung loszulegen, aber mit Visum in der Tasche macht es natürlich doppelt Spaß. Also bin ich am Samstag vormittag zum Globetrotter getrottet, mit dem Ziel zumindest meine Klamotten zu komplettieren. Regenhose, Zip-Hose und Wandersocken waren schnell gekauft, schon auf Grund der guten Beratung. Eigentlich war ja mein Plan, in Deutschland nur die Klamotten zu kaufen und den Rest der Ausrüstung in den USA. Dies änderte sich schlagartig mit dem Besuch der Rucksackabteilung. Ich war gerade dabei nach ein paar Packsäcken von Ortlieb zu schauen, als mein Blick auf einen Rucksack von Osprey fiel. Osprey! Im Globetrotter! Ich dachte die bekommt man in Deutschland nicht. Das änderte meine gesammte Planung schlagartig. Da ich unbedingt den Talon 44 von Osprey haben will, wollte Ich ursprünglich die sperrigen Sachen wie Zelt, Schlafsack, Kocher erst in den USA kaufen. Mit Rucksack kann ich jetzt die komplette Ausrüstung kaufen und mitnehmen!
Leider hatten sie den Talon 44 nicht da, aber ich konnte ihn zumindest zum ausprobieren bestellen. Da der Verkäufer echt nett und kompetent war, hab Ich mit ihm noch eine Weile über meine Pläne geplaudert. Und dann kam der zweite Hammer. Auch der Hersteller meines favorisierten Zeltes kommt ab März in das Sortiment von Globetrotter! Also bin ich schnell in die entsprechende Abteilung getrabt und hab mir den erstbesten Verkäufer geschnappt. Das Zelt, dass ich eigentlich will, bekommen Sie zwar nicht, aber das nächstgrößere. Dann kann ich mir zumindest den prinzipiell Aufbau des Zeltes anschauen und dann entscheiden, ob ich es bestellen will oder nicht.
Da ich gerade da bin, lasse ich mich noch zum Thema Trekking-Stöcke beraten. Ich glaube ich habe mit dem Verkäufer fast eine 3/4-Stunde über die Vorzüge von Carbon, Packmaße und Verstellmöglichkeiten philosophiert und zum Schluß hat er mir sogar noch kostenlos Ersatzteile zu meinen frisch erworben Leki-Stöcken mitgegeben. Die Jungs und Mädels von Globetrotter sind echt schwer in Ordnung.
Wenn ich schon meinen Rucksack in Deutschland kaufe, dann kann ich auch nach den Rest der Ausrüstung schauen. Also ab in die Kocherabteilung. Nach 3 Stunden Extremeshopping war das aber zu viel für mich. Titan, Alu oder Edelstahl? Gas, flüssig oder Allesbrenner? 500 ml oder größer? Und so weiter und so weiter. Aber immerhin bekommen sie nächste Woche den Jet Boil wieder. Den möchte ich mir unbedingt mal anschauen.
Zu Hause habe ich dann für meine Frau noch Modeschau gemacht. Hier mal ein aktuelles Foto:

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Visum beantragt

Heute war wieder ein wichtiger Meilenstein für meine Reise, denn heute war der Termin in der Amerikanischen Botschaft in München. Pünktlich um 08:30 Uhr stand ich mit meinen Unterlagen in der Schlange vor dem Pförtnerhäuschen und war gespannt, was mich in den nächsten 2 bis 3 Stunden erwarten würde. Zum ersten Mal musste ich Schmunzeln als mich eine junge Frau hinter mir in der Schlange fragte, wann ich meinen Termin hätte und dass sie ihren auf Grund der langen Schlange verpassen würde. Als ich ihr erklärte, dass der Termin nur für die Pforte gilt und das ganze Procedere dann wahrscheinlich noch mind. 2 Stunden dauert, schien sie mir nicht wirklich glücklich zu sein.

Das erste was ich heute lernen durfte war, dass maximal 2 Personen gleichzeitig in das Pförtnerhäuschen zur Kontrolle dürfen. Das hat zumindest der Wachmann dem Pärchen vor mir unmissverständlich zu verstehen gegeben. Und da wird keine Ausnahme gemacht. In der Pforte selbst gab es dann eine Kontrolle wie man sie vom Flughafen kennt mit Röntgenscanner, alle Metallgegenstände in eine Box, Gürtel raus etc. Sogar meinen Autoschlüssel musste ich dort abgeben.

Nach dieser ersten Hürde ging es über einen kleinen Innenhof in ein weiteres Gebäude. Dort wurde ich von einer netten älteren Dame mit schneeweißen Haar begrüßt. Diese nahm mir die Bestätigung des DS-160 Formulars, meinen Reisepass und den Zahlungsbeleg für meinen Termin ab. Das Ganze verschnürte sie mit einem Gummiband zu einem handlichen Päckchen und schickt mich zu Schalter 2. Der Herr an Schalter 2 nahm mir mein Päckchen ab und dann durfte ich erst mal auf den „bequemen“ Bänken Platz nehmen.

Da ich in der ersten Reihe vor dem Schalter saß, habe ich in der nächsten halben Stunde viel darüber gelernt, was man beim Erfassen von Fingerabdrücken so alles falsch machen kann. Zu tief aufgelegt, zu spät die Hand weggezogen, mit zu wenig Druck aufgelegt etc. etc. Intersanterweise gabs die Probleme hauptsächlich beim Herrn an Schalter 2, die Dame an Schalter 1 hatte weniger Probleme. Also habe ich die nächste halbe Stunde damit verbracht, zu hoffen dass ich von der Dame aufgerufen werde und ich hatte tatsächlich Glück.

Nach der Procedur mit den Fingerabdrücken wurde ich zum Warten auf den Interviewtermin wieder auf meine Bank zurückgeschickt. Glücklicherweise hatte ich an etwas zu Lesen gedacht, sonst wäre die nächste Stunde echt langweilig geworden. Obwohl, eine Situation war doch noch ganz nett. Eine Dame die kein Englisch und nur wenig Deutsch verstand musste für ihren Antrag noch ein Foto in der Fotokabine machen.Sie gab ihr frisch erworbenes Foto an Schalter ein 1 ab. Die Schalterbeamtin nahm es in Empfang und gab es ihr kurze Zeit spät wieder zurück. Und damit war das Chaos perfekt. Die Dame wollte einfach nicht akzeptieren warum die Schalterbeamtin ihr schönes Foto nicht habe wollte. Auch ein „I’ve already scanned it.“ der Schalterbeamtin konnte die Dame nicht beruhigen. Erst das Einschreiten der älteren Empfangsdame mit weißem Haar verhinderte schlimmeres.

Nach einer unbequemen Stunde auf den harten Wartebänken wurde ich dann zu meinem Interviewtermin an Schalter 5 gerufen. Und dann ging alles ganz schnell. Das komplette Interview lief in Englischer Sprache ab, wahrscheinlich deshalb weil ich auf die Frage Deutsch oder Englisch mit „egal“ geantwortet habe. Die erste Frage war nach dem Grund meiner Reise: „Wandern auf dem Appalachian Trail“. Was mache ich beruflich: „Analyst in der IT“. Wie ist die lange Abwesenheit mit meinem Arbeitgeber geregelt: „Urlaub, Überstunden und 4 Monate unbezahlter Urlaub“. Sind sie schon mal gewandert: „Ja, einige mal in Österreich und Deutschland“. Wie habe sie sich auf die Reise vorbereitet: „Ich habe einige Blogs und Bücher zum AT gelesen“. Und das wars dann schon. „Sie bekommen ihren Pass zusammen mit Visum innerhalb einer Woche zugeschickt.“ Ich hab mich selten über einen so einfachen und kurzen Satz gefreut.